Influenced Living

Inspiration für jeden Winkel

Der Flur zu klein, das Bad zu dunkel, schäbiges Treppenhaus, zu viel Chaos unterm Dach: Jede Wohnung, jedes Haus hat Problemzonen. Um aus ihnen etwas Ansehnliches zu machen, ist die Beratungskompetenz von Händlern und Verkäufern gefragt. Dass die Lösungen manchmal verblüffend einfach sind, zeigen diese Vorher-Nachher-Fallstudien von vier internationalen Interior-Bloggern.

Protokoll: Isabell Spilker

Es bloggt

Julia Ballmaier

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Julia Ballmaier bloggt unter dem ­Motto: aus wenig viel machen! Darüber hinaus arbeitet sie als Interior-Stylistin und ist Autorin des Buches „Wohnen unter 1.000 Euro: Große Wohnideen – kleiner Preis.“

Lebensqualität im Dachgeschoss durch mehr Licht

„In dieser Dachgeschosswohnung war es düster und unaufgeräumt. Kein Zimmer hatte ein passendendes Gesamtkonzept. Durch neue schlichte Möbel und helle Wandfarben konnte mehr Raum- und damit auch Lebensqualität geschaffen werden. Wie meistens war auch das hier ein Low-Budget-Projekt: Ich durfte nicht mehr als 1.000 Euro für alles ausgeben. So war ich darauf angewiesen, auch alte Dinge vom Flohmarkt umzufunktionieren und umzulackieren, um das Budget einhalten zu können. Positiver Nebeneffekt: Das ist im Sinne der Nachhaltigkeit toll. Außerdem gelingt so der Mix von neu und individuell – darauf lege ich ebenfalls Wert.

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Nachher

Mit schlichten Möbeln und hellen Wandfarben wurde mehr Raum- und Lebensqualität geschafft

Vorher

Düster und unaufgeräumt: Die Dachgeschosswohnung hatte kein passendes Gesamtkonzept

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Übertragen lässt sich dieses Prinzip generell auf jede Wohnung. Ich rate jedem, sein Zuhause genau unter die Lupe zu nehmen und gründlich auszumisten. Die meisten Menschen haben einfach zu viel Zeug. Man sollte wirklich nur Lieblingsteile behalten und eine Grundordnung finden, wenn man ein schönes Zuhause haben möchte. Je weniger Platz man hat, desto schlichter und graziler sollten die Möbel ausfallen.“

 

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Es bloggt

Bianca Gülpen

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Bianca Gülpen lebt mit ihrer Familie nahe der holländischen Grenze und liebt es, ihr Haus immer wieder neu zu gestalten. Die Ergebnisse hält sie in ihrem Wohnblog fest.

Die richtigen Türen machen aus einer Wohnung ein Zuhause

„Weiße Kassettentüren waren schon immer mein Traum. In den 90ern aber war Buche normal, und ich konnte mich gegen meinen Mann nicht durchsetzen. Als ich 2011 das Universum der Wohnblogs für mich entdeckte und ein Jahr später meinen eigenen Interior-Blog ins Leben rief, war für mich bald klar: Ich möchte einfach nicht mehr länger in einer Buche-Welt leben! Zuerst wurden sämtliche dunklen Holzdecken entfernt oder weiß gestrichen, die Möbel wurden ausgetauscht oder ebenfalls weiß gestrichen. Die größte Veränderung war der Austausch unserer Innentüren. Mein Traum wurde wahr: Endlich bekam ich weiße Kassettentüren. Ich bin ein Fan des skandinavischen Einrichtungsstils und weiße Kassettentüren passen einfach ideal zum gemütlich nordischen Flair. Schöne Innentüren sind für mich das i-Tüpfelchen einer harmonischen Einrichtung. Sie runden das Gesamtbild ab und machen einen Raum erst richtig perfekt. Viele Jahre haben unsere Buche-Türen unsere Räume dominiert und zuletzt hab ich sie sogar regelrecht gehasst. Jetzt fügen sich unsere neuen Innen­türen ins gesamte Wohnambiente ein und ich schaffe es immer noch, mich jeden Tag über sie zu freuen.“

 

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Nachher

Weiße Kassettentüren harmonieren mit dem skandinavischen Einrichtungsstil

Vorher

Buche war in den neunziger Jahren völlig normal, aber wirkt wenige Jahre später altbacken

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In Deutschland wurden rund 31 Milliarden Euro mit Möbeln und Einrichtung umgesetzt. Auf Platz 2 folgt Frankreich mit rund 18 Milliarden Euro.
Quelle: Eurostat, 2015

Es bloggt

Ira Hachmann

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Ira Hachmann sagt über sich selbst, dass sie anfangs gar nicht besonders kreativ oder handwerklich begabt gewesen sei – mit dem Kauf ihrer Wohnung und durch ihren Blog hat sich das geändert.

Das Bad in eine Wohlfühloase verwandeln

„Das alte Bad war vor der Renovierung nicht nur wenig funktional, sondern sehr trist und überhaupt nicht zeitgemäß. Wir hatten 4.000 Euro Budget und wollten es wie den Rest der Wohnung im skandinavischen Stil gestalten. Ein ziemlich ambitioniertes Projekt. Aber machbar, wenn man die Renovierung zum größten Teil selbst übernimmt, die Möbel selbst baut und bei der Deko improvisiert. Einige Dinge waren uns besonders wichtig: In der schwer zugänglichen Nische neben den Waschbecken war weder genug Stauraum für alle Pflegeprodukte noch genügend Licht, um den Spiegel zu nutzen. Deswegen haben wir selbst einen einfachen Badschrank gebaut und so optimal die tote Ecke genutzt. Das Katzenklo verschwindet hinter einer Holztür in der steilen Dachschräge, die sich zum Saubermachen öffnen lässt. Der Raum hat sich grundlegend gewandelt: klare Linien, grüne Pflanzen und ganz viel Licht. Weiße Wandfliesen und eine rahmenlose Glastür in der Dusche lassen den Raum größer wirken. Durch die Setzung von Kontrasten wirkt das Weiß nicht steril: Pflanzen bringen Leben ins Bad, Ton- und Metallvasen machen es wohnlich.“

 

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Nachher

Die kleine Ecke wird optimal mit einem selbst gebauten Badschrank ausgenutzt

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Nachher

Klare Linie, grüne Pflanzen und ganz viel Licht: der Raum hat sich grundlegend gewandelt

Vorher

Vor der Renovierung war das Bad wenig funktional und nicht zeitgemäß

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Es bloggt

Maxine Brady

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Maxine Brady lebt in Brighton und ist eine mit mehreren Awards ausgezeichnete Interior-Stylistin. Auf ihrem Blog schreibt sie über Interior, Lifestyle und ihre Makeover-Projekte.

Das Treppenhaus nicht vernachlässigen

„Ich habe mein Haus in Brighton 2015 gekauft – und es brauchte eine Komplettrenovierung von oben bis unten. Auch das Treppenhaus war ein Horror: klappriges Geländer, schäbiger Teppichbezug, schmutzige Wände und ein düsterer Treppenabsatz. Ich begann damit, viel, viel Farbe vom Geländer herunterzukratzen – darunter kam ein toller Eichenhandlauf zum Vorschein. Mithilfe eines Tischlers tauschte ich Teile des Geländers aus und ersetzte die alte Einbauschranktür unter der Treppe mit einer hübschen Tür. Anschließend strich ich die Wände und Decken in einem hellen Farbton, dem Geländer verpasste ich mit Kalkwachs einen Vintage-Look. Dann habe ich alle Teppiche herausgerissen, die dicke Kleberschicht darunter mühsam abgetragen, die Treppe bemalt und die Setzstufen mit kleinen Mosaikfliesen verschönert. Ich verlegte einen neuen Teppich auf dem Treppenabsatz und tauschte die alten Heizkörper aus. Den allerletzten Feinschliff gab es mit einer restaurierten Kommode, tollen Lampen, einem großen Spiegel und Bildern. Es war eine lange Reise, aber wenn man jetzt das Haus betritt, macht das Treppenhaus sofort einen grandiosen Eindruck.“

 

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Nachher

Wenn man das Haus heute betritt, macht das Treppenhaus sofort einen grandiosen Eindruck

Nachher

Blickfang der Treppe sind die mit kleinen Mosaikfließen verschönerten Setzstufen

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Vorher

Klappriges Geländer, schäbiger Teppich, schmutzige Wänder – das Treppenhaus war ein Horror