Wohntrends

Nicht drinnen und doch zuhause

Eine Insel unter freiem Himmel, mitten in der Stadt: Auf Balkonen wird die Sehnsucht nach Natur und Entspannung ausgelebt. Der beschränkte Platz verlangt allerdings nach etwas Planung und cleveren Lösungen. Genau hier liegt die Chance des Handels.

Von Tina Röhlich

Der Balkon wird zur lauschigen Festung gegen zu viel Stress und zu viel Stadt, gegen zu wenig Weitblick im Alltag.

Auf ein paar Quadrat­metern kommt, meist zur Sommersaison und nach Feierabend, das Leben in Millionen von Haushalten wieder zu sich. 88 Prozent aller Deutschen ist ein Balkon oder eine Terrasse laut einer immonet-Studie wichtig, immerhin rund 57 Prozent haben tatsächlich so eine Freiluftinsel. In Italien sind es sogar 91 Prozent der Menschen, die einen Balkon oder eine Terrasse genießen können, in Großbritannien nur 24 Prozent, wie eine Studie von Gardena ergab. Die Möglichkeit, sich mit einem dampfenden Teller Pasta, einem Glas Rosé oder dem Lieblingsschmöker an die frische Luft zu setzen, umgeben von grünen Ranken und etwas Blühendem, lässt viele buchstäblich über den Dingen stehen.

Doch diese so wichtigen Quadratmeter, auf denen manche nicht nur ihren Feierabend, sondern kleine Partys oder gar ganze Urlaube verbringen, bedürfen der Liebe und Kreativität. „Es besteht immer die Versuchung, Balkone möglichst vollzustellen, um den wertvollen Platz maximal zu nutzen“, sagt Emma Brunckhorst, Inhaberin des Interior Design-Büros Emma B. Home. Das ist kontraproduktiv, weil wir in unserem schnelllebigen Stadtleben auf Balkonen doch meist die Ruhe suchen – und die stellt man optisch am ehesten mit wenigen großen Stücken her als mit einem Wimmelbild aus Accessoires und Kleinmöbeln.

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Rückzug und Entfaltung

88 Prozent aller Deutschen wünschen sich einen Balkon, 57 Prozent haben bereits einen

„Also lieber zwei schöne große Outdoor-Sessel statt lauter Klappstühlen und -tischen. Oder ein großes, schönes Windlicht, statt vieler kleiner verschiedener.“ Gleiches gilt für größere Balkone, sagt Brunckhorst: Dort dürfen es großzügige Lounge-Sofas sein, die bestenfalls noch Stauraum für Polster oder sogar Getränkekisten unter der Sitzfläche bieten.

Spätestens seit die Trends von Urban Gardening und Outdoor Homing in den Städten angekommen sind, also die Lust, sich auch auf Terrassen und Balkonen wohnlich einzurichten wie zwischen den eigenen vier Wänden, liefert der Handel jede Menge clevere und schöne Produkte für dieses Bedürfnis. Brunckhorst: „Beispielsweise gibt es Solarleuchten, mit denen man verschiedene Lichtinseln insze­nieren kann“. Textilien wie Outdoor-Kissen oder -Teppiche, die auch mal ein Wetterchen überstehen, stiften draußen schnell ein ähnlich sinnliches Wohngefühl wie drinnen. „Auch vertikale Gärten sind toll, weil sie die Fläche erweitern, die man für Grünpflanzen zur Verfügung hat.“ Dafür gibt es beispielsweise spezielle Hängevorrichtungen und Pflanzentaschen; es kann aber auch ein Regal sein, in dem man sein Grün übereinander gruppiert. „So kann man auf dem Balkon schöne Collagen inszenieren: mit einem Bild im wetterbeständigen Kunststoffrahmen, verschiedenen Topfpflanzen und einer Solarleuchte dazwischen.“

Liebe und Kreativität

Der Handel liefert jede ­Menge schöne Produkte für wenige Quadratmeter

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Eines der wichtigsten Anliegen vieler Balkonbesitzer: Privatsphäre für diesen öffentlichsten Bereich unserer Wohnungen zu schaffen. Und zwar vor dem Hintergrund, dass Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft potenziell ein Wörtchen mitzureden haben, wenn der Sichtschutz optisch den Gesamteindruck des Hauses stört. Grundsätzlich gilt: Gegen unauffällige Lösungen wie etwa eine bis zum Handlauf angebrachte Bastmatte, die sich schnell wieder entfernen lässt, ist meist nichts einzuwenden. Ebenso dezent sollte der Sichtschutz zu den Seiten ausfallen: „Man kann ein Holzelement wählen, das man beispielsweise in einem pastelligen Grün streicht, das liefert eine schöne Dynamik“, rät Emma Brunckhorst. Markisen oder Sonnensegel, deren Befestigung Bohrlöcher im Mauerwerk erfordern, müssen vom Vermieter genehmigt werden. Und dann kann es ungestört losgehen mit dem Tanken von Lebensqualität.

Outdoor Living

Grüner Hot-Spot

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Gartenpflanzen, Outdoor-Möbel und Accessoires für draußen – im Außenareal zwischen Galleria und Halle 10 wird ein stimmungsvoller Garten inszeniert. Wir haben mit den ­Gestaltern Rudi Tuinman und Pascal Koelman von 2Dezign gesprochen.

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Was ist das Besondere an Outdoor Living der Tendence?

Dieses Jahr ist die Fläche fast doppelt so groß wie bisher und bietet noch mehr Inspiration und Produktideen. Die Basis bleibt aber die gleiche: ein grüner Garten mit unterschiedlichsten Outdoor Living-Produkten in einem urbanen Setting.

 

Welche Herausforderungen gab es im Gestaltungsprozess?

Uns war es wichtig, die richtige Balance zu schaffen: Die Besucher sollen hier entspannen und Energie tanken, inspi-
riert und begeistert werden – aber vor allem innovative Produkte und Accessoires erleben, die sie direkt in ihre eigenen Sortimente aufnehmen können.

 

Was ist Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?

Das Highlight war die tolle Zusammenarbeit mit der Messe Frankfurt! In weniger als drei Monaten haben wir eine Idee entwickelt und sie verwirklicht. Überhaupt ist die Tendence wahnsinnig motiviert und genau auf dem richtigen Weg: Sie findet zum richtigen Zeitpunkt statt und bietet dem Handel viele ­großartige und innovative Impulse. Diese Energie macht uns großen Spaß!